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1.2.2 Super Mario Bros.: The Lost Levels

Der Froschkönig

Es war einmal, in einer längst vergangenen Zeit als Schmalz und Bratensuppe flossen, ein König, der hatte sieben Töchter. Sie alle waren von wunderschöner Fleischigkeit, doch die Siebte, die war die Schönste: Ihr Körper so füllig wie ein gestopfter Truthahn, ihre Haut so rosig und wülstig wie frisches Schweinefleisch, und ihr bratensaft-farbenes Haar hatte den Glanz von feinstem Gänsefett. Der liebste Ort der wunderschönen Prinzessin, auch liebevoll als Fleischfräulein bezeichnet, war der Fleischbouillonbrunnen, der am Rande des Schlossgartens im Schatten einer alten Hackbällcheneiche stand. Sie liebte es, ihre Fettwülste an den Rand des kühlen Brunnens zu wälzen, ab und zu einen Finger in die köstliche Bouillon zu tauchen und dabei mir ihrem güldenen Fleischbällchen zu spielen, sie hoch zu werfen und wieder auf zu fangen, denn dies war ihr liebstes Spielwerk.
Nun trug es sich einmal zu, dass das güldene Fleischbällchen der Königstochter nicht in die Hände viel, sondern, da diese vorher von der Bouillon genascht hatte, aus ihren wurstigen Fingerchen flutschte, in den Brunnen glitt und kurz darauf mit einem schmatzenden Geräusch in der Brühe versank. Nur noch kleine, von Fett umrandete Luftbläschen, die vom Grunde des Brunnens aufstiegen und an der Oberfläche dumpf zerplatzten, das war alles, was vom güldenen Fleischbällchen übrig blieb. Da weinte die Königstochter bitterlich; immer lauter und lauter mit dicken Tränen, die ihr wülstiges Gesicht hinab rannen und sich schließlich in der Speckfalte ihres Kinnes verfingen. Als sie grade nach Luft schnappte, um zu einer weiteren Weinkrampfattacke auszuholen, hörte sie ein schmatzendes Stimmchen, welches sie freundlich doch bestimmt unterbrach:" Was soll das Gequengel, oh hochblaublütige Fleischigkeit? Ihr macht ja einen Aufstand, als sei Euer zarter Schinken höchstpersönlich in Gefahr!"
Als die Königstochter durch ihre verquollenen Augen blinzelte, entdeckte sie den dicken Fleischfrosch, der seinen Kopf aus dem Wasser steckte: Seine Haut, über und über mit Bouillon überzogen und von kleinen Fettäuglein geziert, hatte die Farbe eines kross gebratenen Schnitzels, seine Äuglein, gelb wie der Mond, erinnerten an Prinzesskartöffelchen, und wie er da so schwamm, glitzernd in der Sonne, sah er herrlich apetitanregend aus; doch die Königstochter widerstand der Versuchung - die Tragödie um ihr geliebtes Fleischbällchen war ihr ohnehin auf den Magen geschlagen.
Nachdem sie ihm ihr unsägliches Leid geklagt hatte, und bereits wieder im Begriff war, sirenenartig los zu heulen, quakte der Fleischfrosch beschwichtigend: "Mach nicht so'ne Welle, oh edle Königstochter! Ich kann dir helfen, doch was gibst du mir, wenn ich dir dein Spielwerk zurück bringe?" "Was du willst, liebes Fleischtier!" rief die Königstochter, "Meine Gewänder aus gewebtem Lebertran, meine Perlen und Gallensteine, ja sogar meine Krone aus vergoldetem Schnitzel!" Doch der Frosch sagte nur: "Das alles will ich nicht. Doch wenn du mich zu deinem Gesellen machst, mich an deinem Tischlein neben dir sitzen und von deinem goldenen Teller essen, aus deinem goldenen Becher den Bratensaft schlecken und anschließend in deinem Bettlein schlafen lässt: wenn du mir das versprichst, so will ich dir dein güldenes Fleischbällchen wiederbringen."
"Alles, alles was du willst!" rief das Prinzesschen voller Eifer, dachte sich jedoch im Stillen "Pfah! Den kann man höchstens ordentlich braten und essen, doch so wie er quakt kann er keines Menschen Geselle sein!", wobei ihr ohnehin schon rosiges Schweinsgesicht gleich ein wenig mehr errötete.
Als wenig später der Fleischfrosch wieder aus dem Brunnen auftauchte und der Prinzessin ihr güldenes Fleischbällchen ins Gras warf, war diese so überglücklich, dass sie gleich das Fleischbällchen mit ihren großen Pranken ergriff und überglücklich davon walzte, wobei sie die Rufe des Fleischfrosches, der nicht so schnell wegkugeln konnte wie die Prinzessin, geflissentlich überhörte.
Am andern Tage, als sie mit dem König und ihren sechs sabbernden Schwestern zu Tische saß und von ihrem goldenen Teller die fleischigsten Pasteten aß, kam etwas, schmatz schmatz, die Mamorkuchentreppe hinaufgeklettert, und als es oben angekommen war rief es: "Königstochter, fleischigste, mach mir auf!"
Sie lief und wollte sehen, wer draußen wäre - sollte es gar die Lieferung mit dem 800g Rindersteak aus Argentinien sein, das sie sich jüngst geordert hatte?! Doch als sie öffnete, war draußen nur der Fleischfrosch, in einer Pfütze aus Bouillon.
Heftig knallte die Prinzessin die Tür wieder zu und wälzte sich zum Tisch zurück, bemüht, sich keine Regung in ihren Fettpölsteerchen anmerken zu lassen, doch als der König fragte, wer an der Tür gewesen sei, konnte sie dem Druck nicht standhalten und musste die ganze Geschichte, unter irren Schweißausbrüchen zwischen all den fülligen Speckfältchen um ihren Bauch, beichten.
Der König, mit vor Erbostheit wallendem Bauch, befahl der Prinzessin, ihr Versprechen einzulösen. Zaudernd öffnete sie dem Fleischfrosch die Türe, welcher gleich hineinhüpfte und eine appetitlich riechende Bouillonspur quer durch den Saal zog. Wiederwillig hob die Prinzessin den Fleischfrosch, unter dem stechenden Blick des Königs, mit ihren fülligen Wurstefingern auf den Tisch, um ihn von ihrem goldenen Teller essen und aus ihrem goldenen Becher den Bratensaft trinken zu lassen. Der Frosch rülpste und schmatzte und stopfte sich voll wie es ihn begehrte, schleckte alles auf und hatte anschließend ein über und über mit Soße und Fett beschmiertes Schnütchen, was jedoch vorzüglich zu den Fettäugelchen passte, die seine krötige Haut ohnehin schon zierten.
"Ich habe mich satt gegessen und bin müde, nun trage mich in dein Kämmerlein und lege mich in dein fleischern Bettelein, wir wolln uns schlummern legen!" quakte der Frosch schmatzend, und die Prinzessin gehorchte voll brodelndem Zorne, der ihr Bauchfett zum Kochen brachte.
In ihrem äußerst fleischfarben eingerichteten Zimmer angekommen setzte sie den garstigen Frosch in eine Ecke, um sich selbst in ihr fleischern Bett zu legen und ihre Masse nach all der Aufregung zur Ruhe kommen zu lassen. Doch da quakte der Frosch: "Ey Fleischigste, heb ich gefälligst in dein fleischern Bette hinein, damit ich auch so wulstig warm gebettet bin wie du, sonst sag ich's deinem Vater!"
Da wurde die Königstochter bitterböse, ihr Bauchfett schlug vor Wut schon lauter Blasen, und mit eingefleischtem Feuerblick packte sie den Fleischfrosch und schmiss ihn mit aller Kraft gegen die Wand:" Nun wirst du Ruhe haben, du fleischiger Fettfrosch!"
Doch als er hinabfiel, war er kein Frosch, sondern ein herrliches Festmal geworden welches mit der einem Stück Fleisch am allermeisten angemessenen Stimme lieblich sprach: "Ich bin kein Frosch, sondern ein verzaubertes, nie leer werdendes Festmal! Eine böse Hexe hat mich verwunschen, doch du hast mich erlöst! Iss, iss von mir so viel du willst, ich werde dich auf ewig sättigen!"
Gierig und voller Freude über diese unerwartete Wendung fing die fleischige Tochter an zu stopfen, und wenn sie nicht gestorben is(s)t, so futtert sie noch heute.
21.2.09 12:33
 


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alina (21.2.09 13:45)
SUPER!

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