Untitled-1

1.2.2 Super Mario Bros.: The Lost Levels

Katze(nsch)maus in Gesellschaft.

Es war einmal ein wülstiger Perserkater, so fett, wie ein besonders stattliches Nilpferd und beharrt am ganzen Körper, namens Schmendrian, der Schmierige . Sein Fell glänzte fettig und war gespickt mit den schönsten Lachsfarben, bordeaufleisch, kamingulasch und lebertrancreme. Er lebte in einem dicken, runden Wollknäuel und aß immerzu Straußenfleisch in Schokoladenmarinade. Unbeweglich, die fetten Speckrollen überlappend, über und über - allein sein Arm bestand aus fünfundvierzig wulstigen Fettbergen - saß der Kater stets auf seinem Hinterteil, die Hände und Füße in der Luft paddelnd, da sie den Boden nicht mehr erreichten und schrieb seine Bücher.
Er war gefeiert und bekannt im ganzen Lande, denn er war ein berühmter Autor. Bestseller, wie Widerwärtige Fleischsorten traumhaft zubereitet, Mit rohem Hack blitzend und blank - Ein Ratgeber für Fleischfrauen und Die ritterlichen Geschichten der Schnitzelschurken der Fleischwolfdynastie entstammten seinen talentierten, üppigen Pfoten.
Eines Tages stahl sich eine winzige Spitzmaus, grau und groß wie eine Erbse, mit rosigen Wangen in die Fettlagen des Fells von Schmendrian und wollte dort den kalten und beißenden Winter überdauern, doch der katerliche Speckpolierer entdeckte sie sogleich.
»Was machest du in meinem Fleisch? Diesen herrlichen Wonnen an Muskeln und Speck. Den unvergleichlich stattlichen ästhetischen Körper darf niemand ohne Erlaubnis berühren. Sprich, kleines spupi pupi Spitzdingsi!«
»Mir ist bitterkalt, ich habe nichts zu essen und brauche einen Platz für den Winter.«
Da hatte der dicke Schmendrian tierisches Mitleid mit dem Maden ähnlichem Geschöpf und sprach:
»Der kalte Wind braust schon durch mein Fell. Ich brauche eine Notration für den Winter, habe nichts zu essen und drohe zu verhungern. Bekomme ich nicht bald etwas zu schmausen, werde ich jämmerlich verkümmern, ich falle schon vom Fleisch, wie du siehst. Besorgst du mir eine Wanne voll Kasslerpudding mit Wurstsahne, werde ich dich den Winter lang warmhalten und du darfst mich heiraten. Du wirst mit mir viele Kinder zeugen, viele viele Kinder, und darfst mich täglich von Schmeißfliegen und ranzigen Fettporen befreien.«
Die Spitzmaus konnte ihr Glück kaum fassen, fiepste und japste nach Luft und in ihrem Elan rief sie Ursula, ihr Hochgeschwindigkeitsdüsenturbogetriebepfannenwendergefährt , und cruiste nach Fleischingen, die wurstene Stadt der Kasslerbäche.
Nach sieben Tagen, zur siebten Stund in der siebenten Sekunde der siebenten Minute erschien sie wieder am Firmament, ächzend unter der Last der Wanne, doch glücklich und protzend vor Stolz.
»Na endlich, ich verhungere«, rief Schmendrian, nahm einen dicken hohlen Baumstamm und schlürfte den Pudding in einem Zug leer.
Er kramte in seinen Augenbrauenspeckfalten und holte ein Fahrrad hervor.
»Nun wirst du ein weiteres mal nach Fleischingen fahren, mein Leib schmerzet vor Hunger, doch dieses Mal mit dem starken Bike hier, denn deine Hüften sind unansehnlich und fett.«
Als die Maus, sieben Tage ohne Schlaf und ohne Rast mit einer fünf Tonnen Wanne auf dem Buckel durch den meterhohen Schnee gespurtet war, brauchte sie jedoch erst einmal Ruhe.
»Darf ich in dem Leib meines zukünftigen Gemahls kurz einmal Platz nehmen, um mich für den zweiten Weg zu erholen?«
Da furzte Schmendrian ihr ins Gesicht. Faulig und würzig roch es, wie ein abgelaufenes Fass voll Fett und Speck. Er sah kurz nach rechts und erblickte eine kümmerliche Gestalt mit blasser Hautfarbe, wellendem Haar, das sich umher wiegte und ein Stück Seife aß.
Die Spitzmaus röchelte und bekam keine Luft. Das Hinternausgebläse des Katers ätzte ihr die Schnurrbarthaare ab und sie wurde kurz ohnmächtig. Schmendrian furzte.
Die Gestalt packte mit leuchtenden Augen ein neues Stück Seife aus.
Schmendrian furzte. Da bekam er erneut Hunger und fraß die Spitzmaus mit fies grinsenden Lächeln im Gesicht. Ende. Nicht.
Denn die Spitzmaus, bevor sie von den müffelnden Magensäften verdaut wurde, zückte ihr rostiges Schwert der Verdammnis und schlitzte Schmendrian von innen auf, zerteile den massigen Berg und kämpfte sich durch die zahlreichen Speckfalten, grölte triumphierend in Sturzbäche aus Blut und Fett und gesellte sich zu dem kümmerlichen Mädchen und aß ein Stück Seife.

ENDE.
14.2.09 23:04
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


fußfrau (15.2.09 13:28)
"die maus konnte ihr glück kaum fassen" :D - ja, wer könnte das ob dieser aussichten schon? :D
...aber was soll das seife fressende mädchen?


fußfrau (15.2.09 17:04)
armes wesen, ich kenne das. wenn du magst, können wir irgendwann demnächst mal zu besagtem raum gehen und uns zusammen ein neues fleischmärchen ausdenken oder sowas


Sarah (15.2.09 18:01)
SEIFE!! :D

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