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1.2.2 Super Mario Bros.: The Lost Levels

FRAU HACKHOLLE

Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war eine bildhübsch und fleißig, die andere hässlich, unbeweglich und nerdig, mit einem wahnsinnig gewaltigem, haarigem und dichtem Frauenbart..
Die nerdige hatte sie aber viel lieber und so musste die hübsche alle Arbeit erledigen. Sie musste Wäsche von Fettresten säubern, die angekrusteten, gelblichen Zehennägel im Bad entsorgen und den Hof von Ungeziefer, wie wilde Affen und blutrünstige Nashörner, befreien.
Eines Tages war ein besonders wütendes, dickes, runzliges, fleischiges und gigantöses Wildschwein im Kamin und verstopfte den Schornstein und die Mutter beauftragte die fleißige Tochter den Störenfried zu bekämpfen. In der Schlacht verlor sie einen Arm, zwei Zehen und ein Ohr, doch sie schaffte es das Ungetüm aus dem Haus zu hieven und wollte grade damit anfangen saftigen Speck daraus zu schneiden, da schlug es die toten Augen wieder auf und schubste die Tochter in einen Brunnen, der voher noch nicht dort war, da er in der Geschichte bis jetzt nicht vorkam.
Die zerstückelte Tochter fiel und schlug hart auf einen Boden auf, verlor ein weiteres Stück in der Region an der Hüfte und wurde ohnmächtig. Als sie aufwachte betrachtete sie ihr Umfeld: sie lag auf einem leuchtend grünen Rasen, aus dem Boden wuchsen dicke gekringelte Dauerlutscher und ein See aus schokoladenfarbiger Materie mit einem großen Wasserfall ließ seine plätschernde Musik erklingen.
Da lief sie sofort zum Fluss und trank, und saufte, um ihren Durst zu stillen. »Mhhmmm, Gulaschsuppe!«, schmazte sie und schluckte einen Hackfisch runter.
Plötzlich bemerkte sie Leben am anderen Ufer und völlig verdutzt erblickte sie kleine Zwergos, die dort dem Anschein nach arbeiteten. Sie fingen an zu tanzen und sangen dabei.
»Schweinshackse, Tag für Tag. Ein völlig neuer Freundeskreis... Augustus Fett, ein Berg aus Schmalz...«, stimmten sie an.

Da erschien kichernd in einem fliegenden Kochtopf ein mysteriöser Mann mit einem lilanen Zylinder und einer dicken, weißen Brille, womit er aussah wie eine gigantöse Fleischmücke.

»Hihihi, suuuuuu. Suuuuuu«, rief er dabei irre, während er die Arme in die Luft streckte und mit dem Mund ein u formte.

Es blitze weiß auf. Der Kochtopf drehte sich weiter und nun hatte die Tochter Sicht auf den gesamten Menschen. Er war in einen dicken Mantel mit Hähchenschenkeln darauf bekleidet und trug an seinen Füßen rohe Schweinsköpfe. Er hatte lange, knitternde Finger und acht an jeder Hand.
»Suuuuu. Guten Morgen Schweineglanz - die Welt sagt Hallo!«
Das tüchtige Mädchen trat zu ihm.
»Komm, nääähääär!«
Und sie trat einen weiteren Schritt an diesen Mann heran.  
»Wer bist du? Wo bin ich hier«, fragte die verblüffte Tochter ohne Namen. Im Märchen hat man als Protagonist eben keinen Namen, da wird verallgemeinert.
»Ich bin der Herr Frau Hackholle.« »Frau?« »Das ist mein Vorname, ja.«, grinste er unentwegt mit seiner gigantischen Hackfresse mit viel zu vielen, langen Zähnen von strahlendem Weiß. Die Tochter trat wieder einen Schritt zurück.
»Und dies hier ist meine Fleischfabrik.«
»Und wer ist das?«, sagte sie und deutete auf einen verkümmerten Krüppel in der Ecke mit seltsamen Auswüchsen am Kopf.
»Das ist nur Charlie. Komm, ich führe dich herum!«
Sie schwammen mit einem gewaltigen, rosafarbendem Faultier durch den Gulaschfluß, angetrieben von den Zwergos, die erneut anfingen zu trällern. Vorbei an gewaltigen Massen von rohen Kalbsstücken, Abteilungen für Durchfallsekrementen, die in mexikanische Suppen getrichtert werden, Fettrandsortimente, die für grimmige Kinder an Schnitzel getackert werden und noch viel mehr. Als letztes an ein Bett, so groß wie ein Fußballfeld.
»Hier wirst du für mich arbeiten. Dafür bekommst du ein Gemach und soviel Gulaschsuppe, wie du willst! Du zerstreust Parmesankäse auf dem Bett, hüpfst darauf, sodass es runter fällt vom Rand und dann schneit es in der Stadt.«
»Wie soll das funktionieren? Und es ist Sommer!«
Doch zur Antwort grinste Herr Frau Hackholle nur noch einmal mit seinem pferdeartigen Gebiss und widerwillig begann sie mit ihrer Arbeit. Frau Hackholle schnalzte einmal mit der Zunge, der Topf erschien in einer Wolke aus Fleisch und er entschwand.  »Suuuuu.«
Nach einem halben Jahr fing die Tochter an zu schluchzen, denn sie hatte Heimweh. Ihr fehlten die stinkenden Zehennägel, die braunen Fettflecken auf der Wäsche und sogar das Wildschwein hätte sie gerne nochmal gesehen.
Da hatte Herr Frau Hackholle Mitleid und schickte sie heim. »Doch zuerst - ab durch den Gulaschwasserfall! Als Belohnung.«
»Wa- ? Nein!«
Grinsen.
Schnell lief sie durch und verdattert bemerkte sie, dass sie über und über mit goldenen Hackbällchen bedeckt war. Zuhause angekommen war die Mutter fröhlich. »Na endlich. Die Arbeit ruft.«, rief sie Zigarren qualmend von ihrem Sessel, während sie Geldscheine vom letzten Pokerabend zählte. Doch die hässliche, bärtige Tochter ward neidisch auf die Hackbällchen. Sie lief zum Brunnen, sprang hinein und befand sich plötzlich in einem Barbiersalon, wo ein gutaussehender Mann sie empfing.

»Oh, hallo. Rasur gefällig? Setzen sie sich, setzen sie sich.«

»Hey, Toby - werf die alte Dame dort heraus! ACH SCHATZ? Wir brauchen Nachschub.«, hörte man von unten eine Frauenstimme rufen. Der gutaussehende Mann grinste. Und die nerdige Tochter ward nie wieder gesehen.

ENDE

22.1.09 19:51
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


alina (22.1.09 20:23)
okidoki.der bahnhof ist furchtbar.dann bist du regisseurmann oder kameramann oder was auch immer.aber unsere dialoge müssen mit eingebracht werden,die sind äußerst wichtig! :D


TheMay (22.1.09 22:55)
Haha, den guten Tim Burton schön durch die Fleischsoße gezogen XD
Super Geschichte!


alina (24.1.09 19:19)
nett gesagt :D
so, JETZT gibt es leute,die die geschichten lesen! :D

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