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1.2.2 Super Mario Bros.: The Lost Levels

Und die ersten zwei Wochen Praktikum sind an mir vorbeigerauscht, wie Sand durch meine Hände. Leider war der erste Dreh zu Albtraum erfolglos, habe stattdessen allerdings "Wie soll dieser Film denn heißen?" geschrieben und auch schon fertig gefilmt. Heute mit dem Schnitt begonnen, wird sicherlich auch ganz gut. Ist gewissermaßen aufgebaut, wie diese Goofy-Filme "Wie man ein Athlet wird", etc. Nur halt mehr Richtung "Wie man ein Filmemacher wird".

Es ist schon seltsam. Ich habe die letzten zwei Wochen so viel getan, so viel erlebt, und sobald ich die Schwelle zur Severinusstraße 6 überschritt, überkam mich ein solcher Flashback, dass alles in meinen Gedanken weggewaschen wurde.
Es kommt mir vor, als wäre ich kaum weggewesen.
Egozentrisch, wie ich bin, erwartete ich irgendwie, dass ich mit einer kleinen Parade oder dergleichen in Empfang genommen werde. Doch das blieb aus. Nicht einmal meine gewohnte vegetarische Portion stand neben dem Eintopf auf dem Herd, obwohl Tag und Uhrzeit meines Eintreffens angekündigt waren.
Als nächstes betrat ich dann mein brutal stilles Zimmer, dass sauber geleckt und ausladend sich mir entgegen streckte. Wie blutende Wunden lagen ungeöffnete Briefe auf dem Tisch und vergessene, frisch gewaschene T-Shirts auf meiner Bettkante. Mein Schreibtischstuhl und mein DVD Player waren entwendet worden ("Das brauchst du im Moment doch eh nicht").
Als ich dann ein paar unbeantwortete Anrufe tätigte, fühlte ich mich irgendwie allein. In Gelsenkirchen hätte ich jetzt mit Dirks Mama rauchend bei einem Glühwein in der Küche gesessen, zugesehen, wie das Frettchen den Kater durch die Gegend scheucht, den Klängen von Nicos Hip-Hop gelauscht und darauf gewartet, dass mein Freund von seinem Nebenjob nach hause kommt. Vorhin hat mch Angelika sogar angerufen und gefragt, wo ich denn bleibe, denn mein Essen sei schon fertig - bis ich sie dann daran erinnerte, dass ich heute direkt nach Lippstadt fahre.
Und nun sitze ich nach zwei Wochen auch mal wieder auf meinem Bett zuhause. In meinem Zimmer, in Esbeck.

Im Moment geht es mir einfach nicht so gut. Mit dem Thema Tod kann ich noch nicht angemessen umgehen. Ich hoffe, dass mich der Sterntaler Dreh mit Jana morgen wieder aufheitert.
In dem Sinne, rest in peace, Batto. Und es tut mir leid, was ich zuletzt über dich gesagt und gedacht habe. Ich wünschte, du und Elke hättet eure letzte Zeit nicht mit einer Trennung verbracht. Und ich wünschte, ich hätte dich diesbezüglich nicht so stark verurteilt. Und ich wünschte auch, ich könnte an einen Himmel glauben, der Gedanke an ein Wiedersehen im nächsten Leben scheint mir recht tröstlich für die meisten Menschen.
melancholisch am 10.12.10 21:19


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